9. Dezember - Abdampfen mit Wintereinbruch

US-Diesel schieben Schnee

Die beiden US-Diesel schoben den Schnee von den Gleisen

"Es müsste mal richtig Schnee liegen, das wäre bestimmt schön", so war es in der Vergangenheit von den Besuchern des Huserlandes zu hören. Auch der eine oder andere Eisenbahner liebäugelte mit der weißen Pracht. Nun, zu diesem Nikolausdampf haben wir Schnee satt gehabt. Bereits am Freitag ging es los. Und über Nacht hatten sich das weiße und kalte Zeugs auf knapp über 10cm angehäuft. Samstag Vormittag, am Tag des Fahrtages, gab es noch ein weiteres "Schüppchen" davon. Das Bergische- und das Sauerland hatten am meisten abbekommen. Das führte sogleich zum Verkehrschaos. Es hagelte folglich zahlreiche Absagen aus Sicherheitsgründen. Inclusive dem Nikolaus. Der hatte wohl noch keine Winterreifen auf seinem "Schlitten"...

Doch einige konnte das Schneetreiben nicht aufhalten. Ein Teilnehmer aus "westlich von Köln" (Euskirchen) hatte sogar noch die Sonne am Himmel sehen können. Erst auf der Fahrt ins Huserland geriet er dann ins muntere Schneetreiben. Dank seiner Fahrt über Nebenstraßen blieb er vom Stau verschont und kam gut durch. Ebenso ein Kollege aus der Nähe von Gütersloh. Bei ihm jedoch fehlte bei der Abfahrt die Sonne. Mit den vorstehenden Sätzen sind auch schon alle angereisten Eisenbahner mit Lokomotive beschrieben.

Den Schnee von den Gleisen zu räumen war die erste Aufgabe des Fahrtages. Mit zwei US-Dieslloks und der im Huserland stationierten Teuteburger-Wald-Diesellok wurde die Strecke geräumt. Die US Diesel mit ihren 16 angetriebenen Achsen leisteten dabei die Hauptarbeit. Große Schneehaufen türmten sich vor der Lok bis hinauf zum Dach des Führerhauses. Zu stoppen war das Gespann aber dennoch nicht. Ihnen hinterher fuhr die kleinere Diesellok um mit ihrem größeren Schneeschild, um die den US-Dieseln durchschlüpfenden Schneemengen auf die Seite zu schieben.

Räumzug mit drei Lokomotiven

Räumzug mit drei Lokomotiven. Am Zugschluss läuft die TWE-Lok mit.

Eisenbahntechnisch waren die Weichen ein Problem. Immer wieder sammelte sich Schnee zwischen Weichenzungen und Schienen. Der wurde beim Stellen zusammengedrückt und sorgte dafür, dass sich die Zungen nicht anlegen konnten. Es gab tatsächlich die eine oder andere Entgleisung. Bei der Dampflok der BR55 stieß deshalb der durch die Entgleisung nun zu tief liegende Schienenräumer an einen Radlenker und brach ab. Schneereste auf den Schinen sorgten in Folge dessen bei der Maschine für gelegentliches Durchdrehen der angetriebenen Räder. Nach Möglichkeit wurden Rangierfahrten deshalb unterlassen. denn die Weichen immer wieder zu säubern war doch ziemlich aufwendig. Natürlich war auch wieder ein Personenzug auf der Strecke. Mit nur wenigen Passagieren, aber dennoch in Doppeltraktion mit den zwei US-Dieseln.

Mit am Start, dem Schneetreiben zum trotz, war ein Team des WDR. Mit Kameramann, Tonmeister und dem Reporter begleiteten sie uns den ganzen Tag über. Deren Beitrag wurde in der Sendung WDR-Lokalzeit aus dem Studio Wuppertal am Dienstag den 12. Dezember ab 19:30 Uhr gesendet.
Auch die oder der eine oder andere, nennen wir sie "Unentwegte", kamen heil im Huserland an. Darunter auch mehrere Kinder. Mit viel Vergnügen produzierten sie einen Schneemann nach dem anderen. Später dann errichteten sie im Verband mit einigen Erwachsenen an der Paradestrecke ein großes Tunnel-Portal. Ein fotogener Ort war entstanden. Die durchfahrenden Züge wurdengerne dort fotografiert und gefilmt.

In der Scheune hatte ich die mir kürzlich zum Jubiläum geschenkte stehende Dampfmaschine aufgebaut. Hauptzweck des Einsatzes am heutigen Tage war die stilechte Erhitzung des Glühweines mittels eines mit Dampf betriebenen Tauchsieders. In einem Edelstahltopf mit darin befindlichen Glühwein wurde die ebenfalls aus Edelstahl gefertigte Heizschlange eingetaucht. Dampfventil auf und der heiße Dampf erhitzte in kurzer Zeit den Wein. Leider habe ich es geschafft den Wein auch einmal zu kochen. Ups, dahin war der Alkohol... Nun ja, es ist noch kein Meister vom Himmel gefalllen. Ab der nächsten Füllung habe ich es besser gemacht. Meinen Gästen jedenfalls hat das Elexier gemundet!
Natürlich wollte ich auch die alte Scheune kräftig mit Dampfwolken einnebeln. Zu diesem Zweck ließ ich manchmal gleichzeitig die Sicherheitsventile abblasen, betätigte die Dampfpfeife und ließ nach Möglichkeit noch die Seilwinde laufen. Dummerweise hatte ich meine Kohleschaufel nicht finden können und habe mit bloßen Händen die Kohle nachgelegt. Schöne kohlrabenschwarze Finger waren die Folge. Vielleicht wollten deshalb nicht so viele Leute bei mir einen Glühwein trinken...?

Dieses Archivbild zeigt einen früher schon einmal im Huserland eingesetzten Schneepflug für Tiefschnee. Leider hat der Besitzer das Vehikel verschrottet. Er nahm an, dass er das Gerät durch die Klimaerwärmung niemals mehr brauchen würde... Vertan vertan, sparach der Hahn...

Wasser holen im T-Shirt

Wasser für seine Dampflok holte dieser unerschrockene Lokführer bei leichtem Frost im T-Shirt. Voller Bewunderung schauen die Kollegen im Wintermantel ihm zu.

Glühwein im Topf

Glühwein erhitzen. Durch die Wendel strömte heißer Dampf. Nur einen Teil seiner Energie übertrug sich ins Elexier. Der Rest kondensierte im Freien und sorgte für Nebel in der Scheune. Zwei schöne Effekte, finde ich...

Staunen im Nebel

Staunen im Nebel. Fast ein wenig ungläubig beobachtete einer meiner Gäste die Szenerie.

Baumaterial Schnee

Mit dem Schnee bauten Kinder und Erwachsene emsig an mehreren Projekten.

Portalbau

Die Idee zum Portalbau entwickelte angeblich der ältere Herr mit Mütze hinter der Schneewand. Eine gute Idee, wie sich später noch zeigte!

Mit vereinten Kräften bauen Jung und Alt

Mit vereinten Kräften wurde der Portalbau zügig vorangetrieben.

Gruppe baut am Portal

Lückenschluß zeischen den einzelnen "Modulen"durch anklopfen von Schnee in die Ritzen.

Abnahme des Bauwerks

Das Portal kurz vor der Fertigstellung. Nur noch der Feinschliff war nötig.

Erster Zug fährt durch das Portal

Der Personenzug mit einigen Passagieren durchfuhr als erster das Portal.

Geruch in der Scheune

Wie sagte einmal einer der Eisenbahnkollegen beim betreten des Gebäudes: "Die ganze Bude riecht nach Schabau". Das scheint auch der hier abgelichtete Herr wahrzunehmen. Kein Wunder, hatte ich doch gerade einen ganzen Topf Glühwein irrtümlicher Weise gekocht...

Innerhalb und außerhalb der Scheune dampfte es

Einer meiner Versuche die Scheune einzunebeln. Lediglich aus dem Giebel links drang eine (kleine) Dampfwolke nach außen.

Bahhnbetrieb im Bahnhof Kottmannshausen

Viel dichter war das Menschengewusel auf dem Platz zum Abdampfen II nicht. Die widrigen Verkehrs- und Wetterverhältnisse sorgten dafür dass viel Leute Daheim geblieben sind.

Einfahrt

Alle Gleise waren später am Tag mehr oder weniger blank gefahren. Viel Betrieb, trotz der nur vier im Einsatz befindlichen Lokomotiven.

Filmteam bei der Arbeit

Die BR55 wurde bei ihrer Fahrt durchs Portal gefilmt. Aber nicht nur dort.

BR55 auf der Strecke

Mit einem kurzen Güterzug am Haken fuhr die BR55 durch das verschneite Huserland.

Ist dem Lokführer kalt?

Den ganzen Tag über herrschte leichter Frost. Da fühlte sich der Fahrtwind recht frisch an. Ein Schal ist dann gegen den drohenden Wärmeverlust recht hilfreich.

Dampfwolken in der Scheune

Es zischte und dampfte fast den ganzen Tag aus dieser Aparatur. Ein schönes Spielzeug, welches im nächsten jahr auch ernsthafte Aufgaben erfüllen soll. Nämlich die Winden des Ladekrans an der Schotter- bzw. Hiolzverladung zu betreiben.

Schneemann

Ein von den Kindern gebauter Schneemann. Natürlich verwendeten die Kids gefundene Kohlestücke für Augen und Knöpfe.

Eisige Spaßbankbesatzung

Zwei besonders schöne Exemplare Schneeman waren auf der Spaßbank zu finden. Den Menschen war es zu kalt zum draußen sitzen. Daher haben diese beiden Herren die vorbei fahrenden Loks und Personale aufmerksam beobachtet.

Gießkanne am Bach

Alle waren schon wieder nach Hause gegangen oder gefahren. Diese Wasserkanne stand einsam und verlassen am Morgen nach dem Fahrtag an der Brücke nahe der Lokverladestelle. Anscheinend wurde Tags zuvor auch am Bach Wasser für die Dampflok geholt. Ein schönes Bild für die jetzt anstehende Winterruhe im Huserland.

 

Eine wettermäßig für die Eisenbahn eher "suboptimale" Saison ging gestern zu Ende. Dennoch haben wir gemeinsam in diesem Jahr wieder viel Spaß gehabt und einiges erlebt. Der Huserlandpaparazzi bedankt sich bei allen Besucherinnen und Besuchern für ihr Wohlwollen. Besonderers bedanken möchte ich mich natürlich für die vielen Kuchenspenden sowie das tolle Geschenk an mich zum Jubiläum. Im nächsten Jahr sehen wir uns hoffentlich alle gesund und munter wieder.

Ich wünsche euch und ihnen eine schöne Adventszeit, ein fröhliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch nach 2018.
Michael Huser