Jubiläumsfahrtag mit Nachtfahrt

Warten auf den zug

Einer meiner ganz harmlos wirkenden Besucher. Die meisten von ihnen waren an der geplanten Überraschung beteiligt, aber alle taten bis zum Moment der Enthüllung so wie "Schmitz Ferken".

 

"Was wirst du denn Besonderes zu diesem Jubiläumsfahrtag machen", lautete eine im Vorfeld von meinen Eisenbahnerkollegen oft gestellte Frage.
Nichts! "Ich lasse mich mal von euch überraschen", so lautete meine Antwort. Um es vorweg zu nehmen, die Überraschung ist ihnen gelungen. Eingeweiht worden war nur meine Frau und sie hat "dicht gehalten".

Gleichzeitig fand um den Fahrtag herum noch das US-Treffen statt. So startete der Bahnverkehr bereits am Freitag und endete erst am späten Sonntagnachmittag. Dieses Treffen ist ein sogenanntes Insidertreffen und wird deshalb nicht im Fahrplan angekündigt. Freitags lachte auch die Sonne noch. Zahlreich waren amerikanische Loks und Wagen auf der Strecke. Der Fahrbetrieb endete eine Stunde nach Mitternacht.

Im Abendlicht

Rangierfahrt bei tief stehender Sonne. Dicke Wolken über dem Bahnhof Ponnyhof, aber eine Bauernweisheit sagt: im August regnets nicht aus jeder Wolke"... Für den Freitag galt das auch...

Einfahrt in den Bahnhof

Tief stand die Sonne bei der Einfahrt in den Bahnhof Ponnyhof.

Zugaufstellung

Der erste lange Güterzug steht im Hauptbahnhof Kottmannshausen bereit.

Guten Appetit

Nachdem die mitgebrachten Loks und Wagen auf den Gleisen standen, die ersten Fahrten absolviert und die Dampfloks mit Ruhefeuer abgestellt waren, gab es nach Sonnenuntergang für die beteiligeten Personale erst einmal eine warme Mahlzeit.

Langer zug

Je später der Abend, je schwerer die Züge. Der "Switcher" war im Einsatz als Nachschublokomotive.

In der Nacht

Nächtlicher Fahrbetrieb in der am Freitag im Hauptbahnhof Kottmannshausen.

 

Betrieb machten die US-Personale noch bis kurz nach Mitternacht. Danach wurde alles regensicher untergestelt. Im Schuppen parkten alle Loks und das nässeempfindliche Fahrzeugmaterial. Der Rest stand von Planen abgedeckt im Hauptbahnhof oder auf irgendwelchen Nebengleisen. Denn Petrus hatte, entgegen der mir sehr sympatischen Bauernregel, mit reichlich Regen gedroht. Das Studium der Satellitenbilder verhieß nichts Gutes...

Und so kam es denn auch wie von den Wetterunken angedroht. Bereits in der Nacht schoben sich die vielen einzelnen Wolken zu einer dicken und dichten grauen Himmelsdecke zusammen. Um 6 Uhr gingen die Schleusen auf.

Im Regen

Wer bei Regen fuhr, musste sich und die elektronische Steuerung am Samstagmorgen gut gegen die Nässe schützen.

Gut verpackt

Betrieb machen wollten während des ergiebigen Regens nur wenige. Deshalb blieb lange Zeit alles unter Planen und sonstwie verpackt. Selbst der Schwertransport mochte sein für den Fotografen seltsam erscheinendes Ladegut den neugierigen Blicken des Fotografen nicht preisgeben.

Lok und Lokführer rauchen

Die BR81 dampfte in Richtung der noch im Schuppen stehenden Schotterwagen. Im Regenkombi machte sich das Personal trotz des Wetters ans Werk. Schließlich sollten noch einige Waggons Schottersteine zum Bahnhof Ponnyhof transportiert und über den Waggonkipper entladen werden.

Spaß unterwegs

Am frühen Nachmittag wurde der Regen weniger und pausierte sogar immer öfter. Das musste man für eine Ausfahrt ohne Regenjacke nutzen!

Im nebel saß der lokführer

Trotz Regen immer auf der Strecke. Die BR55 dampfte hier gerade mit ihrem kurzem Güterzug bergauf.

Rangieren

Kein Regen mehr am Nachmittag. Der Schotterzug wurde von der BR81 in Richtung Ladestelle rangiert. Auch die amerikanischen Loks mit ihren zum Teil wasserempfindlichen Wagen trauten sich nun wieder auf die Strecke.

Filmen

Viel Verkehr auf und neben den Gleisen. Es war garnicht so einfach auf Sicht und ohne Signale den Schotterzug durch den Verkehr zur Ladestelle zu rangieren. Denn einen Stellwerker findet man im Huserland nur selten.

Auf dem Zug filmen

Kamera läuft! Auch fürs Fernsehen wurden am Jubiläumsfahrtag bewegte Bilder festgehalten.

Anheizen am Boden

Anheizen vom Boden aus.

 

Regen ade! Jetzt wollten natürlich alle Personale mit ihren Maschinen und Wagen auf die Strecke. Der Anheizstand mit seinen drei Gleisen war schnell komplett belegt, so dass der eine oder andere Lokführer seine Maschine ebenerdig auf einem der an die Drehscheibe angeschlossenen Gleise anheizen musste. Das war zwar nicht ganz so bequem, ging aber.

Vom Jubiläum hatte nicht nur die örtliche Presse in ihren Regionalteilen berichtet, sondern auch eine Produktionsfirma für Fernsehreportagen hatte sich gemeldet. So wuselten zwischen den Fahrtagsteilnehmern auch ein Kamera- und Reporterteam aus Hamburg herum. Emsig wurde gefilmt und interviewt. Mit einer Kameradrohne hielten sie das Geschehen auch aus der Vogelperspektive fest. Wann das fertige Produkt zu sehen sein wird, war aber noch nicht klar. Im November evtuell. Ich bekomme zum Sendetermin und Sender rechtzeitig Bescheid. Sobald ich genaueres erfahre, werde ich das im Huserlandmagazin kund tun.

Also eine Menge los im Huserland am Jubiläumstag. Aber es sollte noch mehr kommen. Das auf dem auf einem Flachwagen angelieferte Paket (siehe Bild weiter oben) stand dort noch herum. Alle Fahrzeuge waren ja mittlerweile unter ihren Hüllen hervorgeholt. Nur dieses wie eine verpackte Waschmaschine aussehende Etwas. Da tat sich nichts.

Der Huserlandpaparazzi war zu faul zum Laufen und bewegte sich daher mit einer Diesellok von Lokation zu Lokation. Irgendwann meinte Christian Hess zu mir, dass ich in Kürze doch mein Gefährt mal im BW abstellen sollte. Man hätte da etwas an meine Adresse zu vermelden... Oha! Weil ich ja "gernicht" neugierig war, stand ich nach kurzer Zeit am gewünschten Ort.

Klaus Hess hielt eine Rede! Um uns und ihn herum versammelten sich zahlreiche Eisenbahnerinnen und Eisenbahner und lauschten Klaus Ausführungen. Er berichtete, alle hätten sich zusammengetan und etwas für uns mitgebracht. Weil Jutta und ich seit nun 20 Jahren Fahrtage organisieren. Diese Fahrtage seien immer sehr schön (wenn trocken von oben...). Nun wolle man etwas für unser Vergnügen tun. Aber vor dem Vergnügen stünde nun mal immer die Arbeit.

Und so überreichten sie meiner Frau einen sehr schönen Strauß Blumen. Mir reichten sie einen riesigen Kochtopf aus Edelstahl und ein Messer! Mit diesem durfte ich zur Tat schreiten und die vermeintliche Waschmaschine auspacken. Die Verpackung bestand zwar nicht aus Brettern, aber der Karton war erstens sehr dick und zeitens bretthart.

Es dauerte dann auch eine Weile bis ich einen Blick ins Innere des Paketes erhielt. Aber das was ich dann da sah, machte mich erst sprachlos (das heißt schon was...) und dann sehr glücklich! Ich sah Edlstahl. Ganz viel! Da war eine stehende Dampfmaschine aufgestellt. Mit allem was dazu gehört. Ein Edelstahlkessel mit 25 Rauchrohren, ein Abgasrohr, zahlreiche Dampfentnahmen, der Wasserstand, Agroßer schkasten mit Luftregulierung, ein Injektor fürs Speisewasser, ein Hilfsbläser, zwei Überdruckventile und und und. Doch damit nicht genug. Wulf-Dieter Heinrich kam mit einer liegenden Zweizylindermaschine ums Eck, die demnächst die Seiltrommel meines Holzverlaekrans antreiben wird. Christian Hess hatt diese Trommel mit einer spiralförmigen Seilrille versehen, so dass sich das Seil kontrolliert auf- und abrollen lässt.

Klaus, Christian und Wulf Dieter haben in Gemeinschaftsarbeit dieses fantastische Gastgeschenk gebaut. Und alle anderen Eisenbahner haben Geld dazugelegt um dieses Projekt zu ermöglichen. Dafür und für die schöne Zeit die wir gemeinsam verbringen durften, danke ich euch ganz herzlich!

Küsschen

Ein tolles Geschenk. Ein Küsschen gab es für den Beschenkten. Foto: Uli Boot

Stehende Dampfmaschine

Das mich absolut begeisternde Ensemble. Stehkessel, Suppentopf alias Wasservorratsbehälter und die liegende Dampfmaschine waren schnell in Betrieb genommen. Obwohl nur mit Holzkohle beheizt, war die Dampfentwicklung mehr als ausreichend! Die Zweizylindermaschine lief ununterbrochen bis in die Nacht hinein.

Anstoßen auf die Maschine

Darauf mussten wir anstoßen!

Erklärungen vor der kamera

Technik erklären - für welche Zuschauer auch immer. Für die Details ging der Kameramann sogar in die Knie.

Personenzug kurz

BR01 - Einfahrt in den Hauptbahnhof Kottmannshausen mit leicht geöffnetem Regler.

Dampf überall

Die feuchtkühle Luft sorgte für gute Kondensation des ausströmenden Dampfes. Da geriet die Ausfahrt des Zuges aus dem Bahnhof Ponnyhof zum ansehnlichen Spektakel.

Bf Ponnyhof mit Zügen

Der Bahnhof Ponnyhof und der dorti installierte Waggonkipper waren das Ziel der Schotterzüge. Foto: Thomas Buck

Am Waggonkipper

Schotterzug am Waggonkipper. Entladen war er schon und bereit für die Rückfahrt zur Ladestelle. Vorher jedoch spendierte der Lokführer der BR81 noch ein paar Tropfen Öl für die Lager.

Ausfahrt mit leerem Schotterzug

Auf zur Schotterverladestelle. Mit dem leeren Zug hatte die 81 nur wenig Mühe. Deshalb säuselte der Dampf auch nur dezent aus dem Schlot.

Grillen

Zum Abendessen waren alle Anwesenden zum Essen vom Grill eingeladen. Der Betrieb ruhte während dieser Zeit. Und gestärkt wollte jeder in die folgende Nachtfahrt gehen. Foto: Uli Boot

Blauer Himmel über dem BW

Am späten Nachmittag zum Abendessen hin, gab es wieder blaue Stellen am Himmel. Foto: Thomas Buck

Beleuchteter Führerstand

Abendlicher Blick in den beleuchteten Führerhstand der Y6B. Lokführer und Heizer waren kurz nicht zugegen..., schwupps war der Fotograf im Führerstand und hat geknipst.

Lagerfeuer

Begleitet wurde die Nachtfahrt am Samstag noch durch ein Lagerfeuer neben den Gleisen des Bahnhofs Huserland Mitte.

 

Die Strahlungswärme des Lagerfeuers am Bahnhof Huserland-Mitte tat gut, denn die Samstagnacht war doch erheblich kühler als die am Freitag. Manfred Petereck sorgte am Jubeltag für ein weiteres und vor allem spektakuläres Nachtspektakel. Er zauberte eindrückliche "Licht- und Toneffekte" an den Himmel über dem Huserland. Manfred, dafür mein herzlicher Dank!
Fahrbetrieb gab es auch noch nach dem niederbrennen des Lagerfeuers. Die letzte Lok fuhr am Sonntagmorgen um 3:00 Uhr in der Früh. Übernachtet haben einige Gäste in ihren Autos oder im Zelt auf der Wiese. Die Nachtruhe währte nicht allzulange. Möglicherweise war es zu kalt oder zu eng in den Schlafgeklegenheiten. Jedenfalls war um 7:00 Uhr in der Früh der erste Zug wieder auf der Strecke unterwegs. Zeitvertreib halt bis zum Frühstück um Neune...

Dampffahnen in der Morgensonne

Sonntags hatten die Wolken Lücken und die Sonne lachte auf die Anlage. Fluggs hatten die Dampflokpersonale ihre Maschinen wieder angeheizt und sich dem Schönwetter-Fahrbetrieb gewidmet.

Rangieren

Den Zugverkehr beherrschten am Sonntag weitestgehend die amerikanischen Fahrzeuge. Fahren nach Fahrplan war angesagt. Züge bilden, Züge zerlegen. Dazu reichlich Rangierbewegungen in allen Stationen.

Streckenbild mit Dampflok

In der Steigung schnaufte die Lok. Die lange Steigung mit 2% erforderte vom Lokführer am Regler Fingerspitzengefühl, sollten die Antriebsräder nicht durchdrehen.

Langer Zug

Mühelos befördert die Y6B den langen Zug über die Strecke. Im Bild durchfuhr sie gerade den Bahnhof Huserland-Mitte.

Rangierlok Switcher mit Personal

Der Switcher übernahm das Gros der Rangierarbeiten auf den beteiligten Stationen.

Schwere Lok dampft

Die Y6B als Spezialist für große Zuglasten. Die schwere und äußerst zugkräftige Lok hat die Aufgabe mit langen Zügen am Haken die "großen Entfernungen" zu fahren.

Ausfahren aus dem Bahnhof

Ausfahrt aus dem Hauptbahnhof Kottmannshausen. Wie die Station im Fahrplan der US-Eisenbahner benannt wurde, ist dem Chronisten nicht bekannt (...ups, nicht recherchiert).

Zug aus der Vogelperspektive

Die Vogelperpektive musste man nicht mit einer fliegenden Kamera aufnehmen. Vielmehr boten sich solche Ansichten auf fahrende Züge von der oberhalb der Anlage befindlichen Straße aus.

Langer zug im Bahnhof

Nur knapp passte dieser lange Güterzug auf Gleis 1 des Hauptbahnhofes Kottmannshausen.

Fachsimpeln an der Lok

Fachsimpelei an der Dampflok Y6B.

Am Anheizstand - Abrüstung

Alle Gleise am Anheizstand waren auch am Sonntag gut belegt. Auf diesem Bild wurde allerdings das Abheizen abgelichtet, denn die Regelspurlokomotiven passten nicht in den US-Fahrplan von Bernd Schmidt.

Rangieren in Ponnyhof

Alle Züge mussten im Bahnhof Ponnyhof "Kopf machen". Ausnahme: der mit Diesellok bespannte Personenzug konnte im Pendelbetrieb fahren.

Gründe fürs Kopf machen sind 1. die Station ist Endstation einer Strecke und 2. die Dampfloks müssen gedereht werden, weil sie rückwärts nicht so schnell fahren dürfen wie vorwärts. Das heißt, man rangierte man nach dem Drehen auf der Scheibe wieder an das Zugende. Falls der Zug hier zerlegt werden musste, waren weitere Rangiermanöver notwendig. Daher ist diese Station nicht nur für die Zuseher sondern besonders für die Personale ein Hochgenuss. Wenn es jetzt dort noch eine Möglichkeit gäbe, seine Wasser- und Kohlevorräte vorbildgerecht zu ergänzen... Bernd Schmidt, der Organisator der US-Treffen, wünscht sich das schon seit mehreren Jahren von mir. Mal sehen, wie lange ich noch bis zur Umsetzung dieses Projekts benötige...

Bergfahrt mit skeptisch schauendem Personal

Fahrt bergauf mit ordentlicher Last am Haken. Skeptisch wird der mitten auf dem Gleis lauernde Fotograf beäugt.

 

Am Schluß der Eindrücke des Jubiläumsfahrtages möchte ich noch einmal allen Beteiligten danken. Das ihr gekommen seid, obwohl das Wetter am Samstag so nass war. Das ihr wieder viele leckere Kuchen fürs Buffet gespendet habt. Für die vielen Glückwünsche an meine Adresse. Das ihr das Huserland und seine Fahrtage so mögt. Für das tolle Gastgeschenk, Für das Lichtspektakel, für eure immer gute Laune. Und und und...
20 Jahre sind wir nun schon gefahren. Leider nagt der Zahn der Zeit nicht nur an Gleisen, Loks und Wagen, sondern auch an uns Akteuren.

Viele Eisenbahner, die das Huserland mitgeprägt und begleitet haben und denen ich dankbar bin, sind leider nicht mehr unter uns. Ich erinnere mich gerne an

  • Günther Meierruth
  • Otto Knieriem
  • Karl Hundt
  • Ilse und Helmut Lauster
  • Rolf Gavlik
  • Peter Balg
  • Theo Deuzmann