Der Herbst war
zwar noch nicht angekommen. Doch am Morgen war es trotz Sonnenstrahlen noch ein wenig frisch im Tal des Huserlandes. Diese Meinung vertrat zumindest eine junge Dame, die sich am Anheizstand erst einmal ihre
Finger wärmen musste. Kein Problem, standen doch schon „jede Menge“ Dampfloks am Anheizstand und gaben Strahlungswärme ab. Einfach die Hände über den Schlot der Lok und schon wurden die Finger wohlig warm.
Ob die Damenhand anschließend nach verbrannter Kohle gerochen hat, ist nicht überliefert.
Bisher mussten die Lokomotiven immer per Muskelkraft (vier Mann vier Ecken) oder über einfache Rampen
entladen werden. Dieser für den menschlichen Rücken wenig erfreuliche Zustand wurde mit dem heutigen Tag beendet. Mit einer hydraulischen Scherenhubbühne können die schweren Lasten (1000kg Gewicht als
Obergrenze) aus einer maximalen Höhe von 80 cm auf Schienenniveau abgesenkt werden. Die erste damit entladene Lok war die Y6B von Klaus Hess. Sie passte mit ihren 2 Metern Länge gerade noch auf die
Bühne. Nach der fast mühelosen Entladung aus dem Kofferraum schwebten 300kg Lokomotive vor den Gleisanschluss.
Ein klitzekleines Manko gab es dann doch noch festzustellen. Je nach Standplatz der
Lok im Kofferraum, steht das heranrangierte Auto so nahe an einem Baum, dass der Fahrer nicht mehr aussteigen kann. Zumindest nicht auf der Fahrerseite. Nach einer „nett anzusehenden“ Kletterübung war dieses
Problem aber überwunden. Derartige Turnübungen werden 2011 der Vergangenheit angehören, so mein Vorsatz…
Am Rangierspiel im Bahnhof Ponnyhof wollte aber niemand teilnehmen. Rangieren
schon, aber nicht auf Zeit. Folgerichtig hatte sich auch niemand zu der Rangierübung angemeldet. Für das Rangieren waren im Vorfeld zahlreiche Güterwagen eines Eisenbahnkollegen im Schuppen abgestellt
worden. Den Weg nach Ponnyhof fanden sie als ansehnlich lange Züge auch. Dort angekommen, wurden die Waggons zunächst auf einzelne Abstellgleise verteilt und später wieder zu einem neuen Zug gekuppelt.
Trotz des schönen Wetters gab es nicht nur draußen schöne Erlebnisse, sondern es herrschte auch wieder im Eisenbahnerwohnheim prächtige Stimmung. Ein Damentisch gönnte sich zunächst ein wenig
Schatten, dann ein Stückchen Kuchen, frönte dazu der Redekunst und labte sich an geistigen Getränken. Nachdem man sich gegen Ende des Fahrtages mit dem „Küchenpersonal“ verbrüdert (oder sagt man in diesem
Fall besser verschwestert?) hatte, baten sie einen freundlichen Herren aus Issum zum Sektausschank. So genossen die Damen ein paar Gläschen Sekt. Das Ergebnis: Fröhliche Stimmung, Verlust des Fahrvermögens
und eine Erinnerung an einen schönen Fahrtag im Huserland. Ein dem Fahrtag ferngebliebener Herr (Name der Redaktion bekannt) jedoch, fand das aber gar nicht lustig. Eine der Damen hatte noch einen
Fahrauftrag außerhalb des Fahrtages angenommen, diesen Umstand aber schlicht verdrängt. Plötzlich fiel es ihr wieder ein, doch den Fahrauftrag musste nun besagter Herr erledigen. Prompt hing anschließend der
Haussegen des Paares schief. Jetzt darf sie nicht mehr ins Huserland. Armes Deutschland!